Sonntag, 11. März 2012
Heimfahrt
Die Heimfahrt ließ sich zunächst anders an, als geplant. Bis Barcelona lief es noch gut, aber dann aber wurde es zunehmend stürmischer, bis wir schließlich auf der Autobahn nur noch ca. 50 km/h fahren konnten. Wir wurden dermaßen durchgeschüttelt, dass wir einen Rastplatz anfuhren und abwarten wollten. Selbst hier schaukelten die Gardinen der roten Meta heftigst hin und her, nach zwei Stunden “Seegang” fuhren wir doch weiter, aber nur bis zu einem kleinen Campingplatz in St. Cyprien. Die Dame an der Rezeption zeigte mir auf ihrem Handy, dass für die Region Windgeschwindigkeiten von ca. 100 km/h angesagt waren.... Die ganze Nacht hindurch pustete der Sturm weiter, Freitag morgen dann schwächte es sich etwas ab.
Da kann der Canigou, der höchste Berg der Pyrenäen sich noch so freundlich vor dem blauen Himmel präsentieren, den Tramunta, den Pyrenäenwind, hätte er für sich behalten können...
Am Freitag dann brachen wir früh auf, damit wir ein gutes Stück weiter in Richtung Heimat kamen.
Und wir kamen auch gut voran, so gut, dass wir abends auf den gleichen Stellplatz rollen konnten , der auch den Anfang dieser Tour gemacht hatte: der niedliche, kleine, ummauerte Platz in Marsannay la Côte, südlich von Dijon.
Von hier aus war es dann am Samstag nicht mehr ganz so weit nach Hause, so dass Stefan pünktlich zur Sportschau wieder daheim war...;-)
Das wunderschöne Frühlingswetter, dass uns die ganze Zeit begleitet hatte, ist uns leider irgendwo in Frankreich abhanden gekommen, wir haben die blühenden Bäume aber schon gesehen, nicht mehr lange, dann sieht es hier bei uns auch so aus....
Diese Spanientour hat unserer roten Meta in drei Wochen und drei Tagen insgesamt 5.622 km mehr auf dem Tacho beschert, und ich hab so zwischendurch und nebenbei zwei Paar Socken fertig gekriegt, das dritte Paar muss ich jetzt zu Hause zu Ende stricken.
Es war eine schöne, manchmal anstrengende, aber in jedem Fall abwechslungsreiche Reise, viele nette Leute getroffen, Spaß gehabt, was wollen wir mehr?
Und wie es immer so ist: nach der Reise ist vor der Reise - die Fähre nach Sardinien ist schon gebucht.....
Mittwoch, 7. März 2012
Eigentlich.....
..... hatten wir den Platz “Vilanova Park” nur aus unserem Campingführer ausgewählt als Übernachtungsplatz auf dem Weg zurück nach Norden, eine riesige Ferienanlage, vertreten sind alle namhaften Veranstalter wie Vacansoleil, Eurocamp etc., in der Hochsaison bestimmt brechend voll, im Moment aber nur gut belegt mit hier überwinternden Rentnern, hauptsächlich aus Großbritannien, Holland, Dänemark, Frankreich und wenigen Deutschen.
Aber dann - gingen wir am Tag der Ankunft abends ins Restaurant, weil dort bei Verzehr (und eine Tasse Kaffee oder ein Getränk reicht da schon) eine Stunde WiFi gratis ist. Nachdem wir also online gewesen waren, sprach uns unser Tischnachbar (ein Engländer) an, ob wir nicht zum Bingo bleiben wollten. Unser Einwand, wir wüssten eigentlich gar nicht, wie das geht, da wir zwar schon von Bingo gehört bzw. es bei Mr. Bean gesehen, aber noch nie gespielt hätten, wurde direkt zunichte gemacht, er würde uns das schon erklären, in zwei Minuten hätten wir alles verstanden. Gesagt, getan, also saßen wir mit unseren Bingokarten neben vielen weiteren Briten und einigen Niederländern und Dänen, und starrten auf die per Computer ausgewählten Zahlen auf dem Bildschirm. Erste Runde nix, nur dazu gelernt, zweite Runde: Tischnachbar Mike gewinnt das Full House, also alle Zahlen auf der Karte! Wunderbar, nächste Runde - Stefan gewinnt das Full House! Und der Gewinn für beide: Green Fee auf dem nahen 18-Loch-Golfplatz! Mike als passionierter Golfer freute sich sehr, Stefan zweifelte noch, aber dann entschlossen wir uns spontan, den Aufenthalt hier bis Donnerstag zu verlängern! Mike bot sofort an, Stefan am Mittwoch morgen mit zum Golfplatz zu nehmen und seinen Gewinn gleichzeitig einzulösen!
Also richteten wir uns hier häuslich ein, wanderten am Dienstag morgen nach Vilanova und zurück (drei Stunden!), gingen abends in den hier kostenlos angebotenen Spanisch-Unterricht (der Platz hier ist eben für Winterflüchtlinge ausgelegt, mit uns waren ca. 70 Leute im Unterricht, alle hochmotiviert und ausgestattet mit Schreibzeug.....), und heute morgen war es dann soweit: Stefan und Mike starteten ihre Golfrunde, ich durfte den Caddie spielen. War ein höchst amüsanter Vormittag, zum Glück sah Mike die Sache nicht so verbissen, lieh die Schläger seiner Ausrüstung und den Ball an Stefan aus, und so hatten wir ziemlichen Spaß draußen auf dem Grün!
Leider, leider müssen wir morgen dann aber doch weiterfahren, die Heimat rückt wieder näher....aber heute abend ist im Restaurant erstmal Fussball gucken angesagt - CL Barcelona-Leverkusen!
Sonntag, 4. März 2012
Sierra Nevada und Valencia
Natürlich wollten wir uns auch die Sierra Nevada nicht entgehen lassen, also hieß es am Donnerstag für uns: Ab in die Berge! Wir schraubten uns kilometerlange Serpentinenstraßen hoch bis zum Bergdorf Trevelez, dem Schinkendorf! Trevelez ist (wie eigentlich alle Dörfer hier) bekannt für die luftgetrockneten Schinken, die hier in der Bergluft während der Trocknung ein gutes Aroma erreichen.
Nach diesem Ausflug in die schneebedeckte Sierra Nevada war es für uns aber leider schon wieder Zeit, den Weg in Richtung Norden einzuschlagen.
Auf dem Weg nach Valencia verließ uns das bisherige Traumwetter, es schüttete wie aus Eimern. Kurz vor dem Campingplatz in El Saler aber riss die Wolkendecke wieder auf, und als wir auf dem Platz standen, konnten wir uns sogar in die Sonne setzen und einen schönen Strandspaziergang mit Akino machen, na, wer sagt’s denn!
Samstag morgen brachen wir dann mit dem Bus nach Valencia auf. Erst ein wenig zu Fuß durch diese wunderschöne Stadt, dann mit dem Sightseeingbus die Sehenswürdigkeiten abgeklappert. Danach natürlich in die Markthalle, eine wunderschöne, große Halle, mit allem, was man gerne einkauft: Fisch, Fleisch, Gemüse, Obst, Brot.... wirklich sehenswert!
Dieser Samstag war der Beginn der "Fallas" in Valencia, deshalb fand auf dem Platz vor dem Rathaus ein Feuerwerk statt - mittags um 2! Wir hatten die Menschenmenge gesehen (und viele in traditionelle Trachten gekleidete Frauen), die sich hinter den Absperrungen versammelte, also blieben wir auch stehen, um zuzusehen. Nach endlosem Warten war es dann soweit: das Feuerwerk war nicht so sehr was für’s Auge (wie auch bei strahlendem Sonnenschein am Mittag), sondern mehr für die Ohren - es war höllisch laut, ein Riesenböller nach dem anderen knallte los, alle hatten Spaß, und schnell war es vorbei, die Menschenmenge löste sich wieder auf.
Die Zeit verging wie im Flug, wir fuhren zurück zum Platz, damit ich einen längeren Spaziergang mit Aki machen konnte. Dann aber zog es uns nochmal in die Stadt, wir wollten noch die andere Hälfte der Stadtrundfahrt, in Richtung Hafen und futuristische “Stadt der Künste und der Wissenschaften” machen.
Auch der Stadtbummel der im Dunkeln hell erleuchteten und natürlich noch dicht mit Menschen gefüllten Stadt war herrlich.
Endlich haben wir heute auch mal Churros gegessen, und dazu nicht die sonst übliche flüssige Schokolade getrunken, sondern eine Spezialität aus Valencia: Horchata, eine Erdmandelmilch - sehr lecker!
Am zweiten Tag in Valencia besuchten wir die “Ciudad de las Artes y las Ciencias”, also die Stadt der Künste und der Wissenschaften. Eine gelungenes Arrangement von sehr futuristischen Bauten, ein Veranstaltungszentrum, ein Museum, eine kühne Brücke und ein Aquarium, dem wir einen Besuch abstatteten. Zuerst sahen wir eine wirklich gute Delphinshow, dann liefen wir durch verschiedene Tunnel, mal mit den Fischen des Atlantiks, dann mit tropischen und schließlich mit mediterranen Meeresbewohnern. Alles sehr schön gestaltet und informativ, nicht, dass wir nicht schon in verschiedenen Aquarien gewesen wären, Sydney und Dubai, aber dieses hier ist auch einen Besuch wert.
Schließlich bewunderten wir nochmal die Bauten, die wir im Vorbeifahren und jetzt zu Fuß so oft gesehen haben, morgen heißt es Abschied nehmen von Valencia, es geht weiter nach Norden!
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